07.06.09

Fraser Island

Ansich haben uns die letzten Tage sehr an die Nordseeküsten erinnert: Lange befahrene Strände wie auf Römö, Horizonte vergleichbar mit dem Aussichtspunkt des roten Kliffes in Kampen und ein doch wehender Wind wie an den schlechteren Tagen in Dagebüll. Doch wenn plötzlich Flugzeuge an diesem Strand landen, die Blicke vom Aussichtspunkt über das azurblauen Meer schweifen und man doch bei stärkerem Wind ohne Probleme in kurzer Hose und T-Shirt den frischen Salzwassergeruch eines Meeres einatmet, in dem es nur von tödlichen Quallen, gefährlichen Strömungen und jeder Menge blutrünstigen Haie wimmelt, weiß man, es kann nicht die Nordseeküste sein. Das Paradies der 4WD (Vierradantrieb)-liebhabenden und ewig jung gebliebenen Australier, die größte Sandbank der Welt und somit viert größte Insel Australiens: Fraser Island. Obwohl die Insel nur aus Sand besteht, wachsen fast tropisch aussehende Wälder, durch dessen schmale Wege führen, die alle Naturhighlights des Abenteuerdomiziles miteinander verbinden und auf denen sich die größten und stärksten Wagen von Toyota, Nissan, Mitsubishi und Land Rover vorankämpfen.




Und in einem der älteren Toyota-Vorreiter saßen nun wir. Auf dem Dach bepackt mit bester Campingausrüstung und Lebensmitteln und innen besetzt mit vier Engländern, einer Waliserin, zwei ausgebildeten italienischen Köchen und halt zwei Deutschen, die bereit waren dieses Abenteuer anzutreten und das dreitägige „Self-Drive-Adventure“ –Angebot von der Jugendherberge aus gebucht haben. Das am Vortag der Abreise abgehaltene Meeting bereitete uns perfekt auf die Besonderheiten der Insel vor: Wildlebende Dingos, die sich wohl im Laufe der Zeit, wie im Video gewarnt, doch eher auf Kleinkinder und Essensreste spezialisiert haben, mögliche Gefahren am Strand, die, wie oben genannt, auch mal von oben kommen könnten und eine Landeerlaubnis mit sich führen oder auch ein gezeigter australischer Nachrichtenclip, dessen bedauerliche Meldung über zwei ums Leben gekommene, viel zu schnell gefahrene, Backpacker, zeigte uns die Gefahr, die mit dem Abenteuer verbunden war. Doch die Gruppe, so stellte es sich heraus, war ein super freundliches, zuvorkommendes und auch vorsichtiges Team, das meist sich an dem mitgegeben Zeitplan der Reiseleiter orientierte und somit alle Highlights der Insel besuchte. Und davon hatte Fraser Island eine Menge: Die wüstenähnlichen riesigen Sanddünen, die neben dem azurblauen Meer, dichten Wald und schönsten Süßwassersehen mit weißem Strand so perfekt und abwechslungsreich geschnitten waren, dass man sich wie auf einem Spielfeldbrett von „Siedler von Catan“ fühlte. Zu Mittag gab es stets das typische Sandwich Lunch, das neben den Cookies und der Tea-Time, wie unsere Gruppe, sehr britisch geprägt war. Am Abend kochten unsere italienischen Köche am Grill und Kochtopf leckeres Abendessen, welches wir auf dem Campingplatz aßen. Der Campingplatz, von nur einem einzigen Aborigine geleitet, war viel besserer als gedacht. Schlafen konnte man in einem Pavillon-Käfig, geschützt vor Dingos und Mücken, der nur einer Ratte in einer Nacht nicht standhalten konnte. Selbst Duschen und andere Waschmöglichkeiten standen zur Verfügung und das nächtliche offene Feuer wurde stets mit amüsanten Geschichten des Campingbesitzers begleitet, der auch kein Problem damit hatte, einen Tag lang seinen Platz zu verlassen, um mit uns um die Insel zu fahren. Ob die Geschichten, dass er fast täglich seltene Korallen am Strand finde, die mehrere Tausend Dollar wert seien, seine Tochter mit einem Verwandten der Queen Elisabeth II. liiert sei und er mit seiner Digitalkamera sichtbar die Geister des Feuers und der Winde einfange wahr sind, sei dahingestellt. Sie sorgten jedenfalls für jede Menge Spaß der Gruppe…und ein kleines Stück der angeblichen so kostbaren Korallen haben wir mitbekommen, also falls wir sie durch den Zoll der nächsten Flughäfen bekommen, wissen wir mehr.




Unsere weitere Planungen haben sich in soweit verändert, dass wir nun auf Grund schlechter Bewertungen und Erfahrungen der anderen Gruppenteilnehmer, nicht mehr nach Brisbane sondern nach Surfers Paradise fahren werden und dort die an der Küste kommenden Surfstrände begutachten wollen. Es bleiben auch nur noch wenige Tage bis Sydney, das, wie wir merken, wirklich im Winter stecken muss, da es schon jetzt merklich kühler geworden ist, je mehr man der Südküste näher kommt. Die Tropenlinie, oder eher südlichen Wendekreis, haben wir nun auch passiert und hören das Ächzen und Stöhnen über die Regenschauer der zahlreich nach Norden flüchtenden Backpacker, von dessen wir bei besten Wetter die letzten Tage aber noch nicht viel mitbekommen haben.

1 Kommentar:

  1. Hab mir immer schon gedacht, dass Camilla Parker Bowles eigentlich aus Australien kommt, ihr Vater Aborigine und sie auf einem Campingplatz gross geworden ist!!!

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