Nun ist auch schon fast die Hälfte Neuseelands erreicht und unsere Tour auf der Südinsel neigt sich dem Ende zu und wir sind immer noch dabei das Land und die Mentalität zu erfassen. Dieses Land Neuseeland, was meiner Meinung nach, in Europa noch viel weniger Beachtung bekommt als die schon nachrichtenarme große Schwester Australien, ist politisch hervorragend eingestellt. Während in Australien die Aborigines 1857 noch an Massakern zu leiden hatten, bekamen die (männlichen) Maori-Eingeborenen bereits das Wahlrecht zugesprochen (das Bürgerrecht hatten sie bereits) und stellten Abgeordnete im Parlament. 1893 bekamen es dann auch alle Frauen, womit Neuseeland weltweit die erste Nation war, die ihren Bürgerinnen gleiche Wahlrechte zusprach. Die Kultur der Maoris wird vom Staat mit großen Förderungsprogrammen vor allem in Schulen gelehrt. Man trifft Maoris heute wie europäische oder asiatische Einwanderer in Geschäften arbeitend oder als Helden gefeiert auf dem Rugbyfeld, ohne das australische Gefühl einer Parallelgesellschaft zu haben. Das Land hat von der OECD eine der geringsten Arbeitslosenquoten, was an der unglaublich deregulierten und privatisierten Volkswirtschaft liegt. Neuseeland ist der Vorreiter am Verbot von Nuklearwaffen (auf Grund der Nähe zu den französischen Testabwurfplätzen), und bezieht seinen Strom zu 75% aus regenerativen Energieträgern! Kann ein Land besser eingestellt sein? Unser Gefühl sagt uns, dass dieses Land so weit von der restlichen westlichen Welt entfernt liegt, dass ihr diese Welt auch relativ egal ist. Man hört meist die schönen Klassiker im Radio, vergnügt sich mit seinen immer größeren atemberaubende Action-Attraktionen, fährt mit der „Linksverkehr mit Rechtsvorrang“-Verkehrsregel komplett gegen alle bisher gelernten Vorfahrtsregeln und exportiert als einziges westliches Land fast nur landwirtschaftliche Produkte (Wolle, Milch, Fleisch, Kiwis),…es ist ein friedliches Land.Und vor allem die kleinen Städte auf der Südinsel verdeutlichen dieses Gefühl. Unsere heutige Fahrt von Dunedin nach Lake Tekapo verlief wieder nur durch sehr dünn besiedeltes Land. Wir konnten nun neben zahlreichen wunderschönen Landschaften die Moreraki-Boulders entdecken. Tonnenschwere Steinkugeln, deren Existenz einmalig auf der Welt ist.
Den Ausklang des Tages fanden wir in den „Hot Pools“ der Stadt, die zum Teil in der Außenanlage so heiße Wassertemperaturen hatten, das man es nicht lange aushalten konnte. Nun wissen wir auch, warum die Neuseeländer pro Kopf einen 35% höheren Energiebedarf haben als wir Deutsche…
Oh, sieht das schön aus und klingt das alles gut! Genießt den Rest eurer Reise, sammelt noch mehr Eindrücke (aber nicht platzen) und kommt heil wieder zurück!
AntwortenLöschenRike
ich finde die Begleiter sind gar nicht so lang...
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