19.06.09

Neuseeland im Eiltempo

Zahlenmäßig ist Neuseeland schon ein ulkiges Land. Die jährlichen zwei Millionen Touristen erleben zwei Inseln mit nur vier Millionen Einwohnern und 52 Millionen Schafen. Sprich: Jeder zweite Neuseeländer beherbergt irgendwann zu Hause einen Touristen und hat um die 13 Schafe auf der Terrasse stehen. Unsere Vorstellungen von Neuseeland waren sehr unvollkommen, vielleicht auch sehr auf Australien bezogen, aber schon nach wenigen Stunden erkannten wir deutliche Unterschiede.
Australien und Neuseeland werden von den Einwohnern oft als Schwesternationen bezeichnet, doch pflegt ein gewisser Konkurrenzgedanke diese Beziehung. Ganz ohne Provokation war damals schon die Begründung für die Ablehnung Neuseelands 1901 zum Staatenbund zu Australien nicht, welche lautete, die Australier seien durch ihr Klima und Verhalten verweichlicht und nicht so abgebrüht und gestärkt wie die Kiwis durch ihres und daher nicht würdig ein Bündnis einzugehen. Die damaligen Kolonien des Vereinten Königreiches gingen daher getrennte Wege zur eigenen Staatsgründung. Wahrlich Berühmt sind auch die Duelle beider Nationalmannschaften im Rugby, dessen Stadiontänze viele europäische Mannschaften schon aus dem Stadion fliehen lassen würden. Aber auch die Fauna in Neuseeland ist eine komplett andere. Während in Australien, dem gefährlichstem Kontinent der Welt, die Tiere sich nur so mit der Giftigkeit ihrer chemischen Cocktails im Körper überbieten und daran gemessen werden, für wie viele weitere Menschen nach einem Biss das Gift noch tödlich gereicht hätte, genießen selbst die kleinsten Insekten in Neuseeland einen friedvollen giftfreien Raum. Dasselbe gilt für die fehlende Gattung von Raubtieren, die man ebenfalls hier vergeblich suchen würde.Kurz vor Mitternacht waren dann auch wir in diesem Land gelandet und, wie erwartet, gefröstelt vom Winter vor Ort in Christchurch. Das Traurige an unserer Ankunftsstadt war, dass wir sie nicht mehr unter Tageslicht begutachten konnten, da schon am nächsten Morgen um 8.10 (also fast zeitgleich zum späten Sonnenaufgang) unser Bahnticket nach Greymouth Gültigkeit hatte. Allerdings werden wir in ein paar Tagen wieder in Christchurch ankommen, was diese Nachtreise vertrösten lässt. Völlig ahnungslos fuhren wir dann am nächsten Morgen eine der schönsten, wenn nicht sogar von unserer Meinung her die schönste, Eisenbahnfahrt der Welt durch die Alpen der Südinsel. 231 Kilometer vorbei an Bergen, Schnee und Flüssen, die so unberührt in der Landschaft standen, wie wir es in Europa vorher noch nie gesehen haben und der Vergleich zu Mittelerde sehr naheliegt. Nach ersten Spaziergängen und Einkaufen der wahrlich billigen Preise im Supermarkt vor Ort gingen zum Biertesten einer örtlichen Brauerei mit Barbecue. Dabei lernten wir allerhand gleichaltrige Touristen kennen, die mit uns die nächsten Tage die selbe Tour machen werden. Anders als in Australien wird das Feld ab Morgen sehr gemischt sein. Mit einem Kanadier, einer Amerikanerin, Südkoreanern und Engländern werden wir Morgen Richtung Franz-Josef starten und freuen uns auf die weiteren Erlebnisse auf der der Insel der Kiwis.

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